FAQ - Häufig gestellte Fragen
Nach der Diagnose "Brustkrebs" stehen die betroffenen Frauen vor vielen offenen Fragen:
"Was jetzt? Muss ich sofort operiert werden, kann ich mir eine Klinik auszusuchen? Welche Therapieoptionen gibt es? Kann meine Brust gerettet werden?"
Was ist Brustkrebs?
Grundbaustein des menschlichen Körpers sind Zellen. Alle Zellen teilen sich, wachsen und sterben. Dies erfolgt unter strengen, teils mehrfachen Kontrollen. Es müssen immer ausreichend funktionsfähige Zellen vorhanden sein, die Zahl der Zellen darf eine bestimmte Zahl nicht überschreiten.
Aus bis heute nicht vollständig bekannten Gründen können jedoch einzelne dieser Zellen den Kontrollsystemen entkommen; sie teilen sich dann fortgesetzt und ungehemmt weiter. Den entstehenden Zellverband bezeichnet man als „Geschwulst“ oder „Tumor“.
Es kann bis zu drei oder vier Jahren dauern, bis die Geschwulst so groß geworden ist, dass sie bei einer Untersuchung erkannt wird.
Geschwülste in der Brust sind meist gutartig (harmlos), in seltenen Fällen bösartig.
Ob ein Tumor gutartig oder bösartig ist, hängt vom Verhalten der Tumorzellen ab.
gutartig: wenn die Tumorzellen den Zellverband nicht verlassen – sich abkapseln
bösartig: wenn die Tumorzellen zerstörerisch in andere Gewebe (der Brust) eindringen
Bösartige Tumore werden als „Krebs“ bezeichnet. Diese Tumore können sich im Körper ausbreiten, d.h. sie bilden an entfernten Stellen im Körper Absiedlungen (Tochtergeschwulste, auch Metastasen genannt).
Brustkrebs z.B. ist also ein bösartiger Tumor der Brustdrüse.
Was sind die Ursachen von Brustkrebs?
leider sind die genauen Ursachen für die Entstehung von Brustkrebs bisher noch unbekannt. Bei den meisten Frauen, die an Brustkrebs erkranken, ist kein bestimmter Risikofaktor als sicherer Auslöser für die Krebserkrankung nachzuweisen. Brustkrebs ist eine bösartiger Tumor der Brustdrüse. Ein Tumor geht meist von einer einzelnen mutierten (entarteten) Zelle aus. Was diese Zelle verändert, weiß man bis heute nicht.
Welche Risikofaktoren gibt es?
Mediziner gehen heute davon aus, dass immer mehrere Einflüsse gemeinsam auftreten müssen, um tatsächlich das Risiko für die Entstehung von Brustkrebs zu erhöhen.
Als allgemeine Risikofaktoren gelten z.B.:
- Alter und Geschlecht (mit zunehmendem Alter steigt das Brustkrebs-Risiko)
- erbliche und hormonelle Komponenten. Sind Mutter oder Schwester an Brustkrebs erkrankt,
erhöht sich das Risiko, ebenfalls an Brustkrebs zu erkranken.
- eine frühe erste Monatsblutung (vor dem 12. Lebensjahr) und eine späte Menopause
(nach dem 55. Lebensjahr)
- eine späte (ab dem 30. Lebensjahr) oder gar keine Schwangerschaft
- die persönliche Lebensweise (Alkohol, Rauchen, Übergewicht)
- Hormone (es gibt Brustkrebsformen, deren Zellen sich unter dem Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone
(„Östrogene“) besonders schnell teilen, d.h. der Tumor wächst angetrieben von Hormonen.)
Bitte beachten Sie, dass die geschilderten Faktoren auf statistischen Untersuchungen beruhen und nur allgemeine Aussagen zu Wahrscheinlichkeiten und Risiken erlauben, die auf Sie persönlich nicht unbedingt zutreffen müssen.
Das mögliche Vorhandensein mehrerer dieser Faktoren muss Sie jedoch nicht verunsichern.
Das sorgfältige Beobachten des eigenen Körpers sowie regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind die beste Möglichkeit, Veränderungen in der Brust früh zu erkennen.
Wie kann ich selbst vorsorgen?
1.) Selbstuntersuchung der Brust
einmal im Monat (am besten direkt nach der Regelblutung, wenn das Brustgewebe weich ist)
Dabei stellen Sie sich vor einen Spiegel und schauen sich Ihre Brust von allen Seiten an, auch mit erhobenen Armen. Achten Sie dabei auf eventuelle Veränderungen. Danach werden beide Brüste mit den Fingern der flachen Hand im Uhrzeigersinn abgetastet. Drücken Sie dann beide Brustwarzen vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger, um zu sehen, ob Flüssigkeit austritt. Danach wird die Brust im Liegen erneut wie oben beschrieben abgetastet. Untersuchen Sie auch die Achselhöhlen auf möglicherweise geschwollene Lymphknoten.
2.) Regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchung
Auch der Arzt wird Ihre Brust untersuchen und unter Umständen eine ergänzende Mammographie empfehlen.
Gibt es Symptome für Brustkrebs?
Folgende Symptome können auf Brustkrebs hindeuten:
- ein getasteter unscharf begrenzter Knoten
- Verhärtungen oder eine derbe Stelle an der Brust
- eine Brust ist plötzlich größer oder anders geformt als die andere
- eine plötzlich auftretende Rötung, die nicht abklingt
- Hauteinziehungen oder Kräuselung der Haut
- Verdickung der Haut
- Knoten in der Achselhöhle
- Absonderungen aus der Brustwarze
- Venen auf Brust deutlich sichtbar
Wenn Sie eine oder mehrere dieser Veränderungen an sich bemerken, sollten Sie unbedingt Ihren Gynäkologen aufsuchen.
Schmerzen in der Brust sind in den allermeisten Fällen kein Symptom für Brustkrebs: Selbst bei gesunden Frauen können sich die Brüste vor der Menstruation verhärtet und empfindlich anfühlen. Auch bestimmte Arten gutartiger Veränderungen in der Brust können Schmerzen verursachen.
Ist Brustkrebs heute heilbar?
Ja, Brustkrebs kann dann geheilt werden, wenn er rechtzeitig entdeckt wird.
das heißt, wenn er erkannt und behandelt wird, bevor Tumorzellen in andere Teile des Körpers gelangen (Metastasen).
Diagnose Brustkrebs - was dann?
Nach der gesicherten Diagnose wird Sie Ihr Arzt in ein Krankenhaus einweisen, um in der Regel mit der Operation als erstem Behandlungsschritt zu beginnen.
Bei der Wahl des Krankenhauses sollten Sie wissen, generell gelten Brustzentren (neben den Universitätskliniken und Tumorzentren) als die besten Adressen. Die behandelnden Ärzte sind hier auf die Erkrankung Brustkrebs spezialisiert und nehmen an aktuellen Therapiestudien teil.


